Memmingen muss Anreize für die Wirtschaft schaffen

BDI-Geschäftsführer Dr. Schnappauf fordert bei Besuch ein Umdenken

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(pressekat) - Memmingen muss Anreize für die Wirtschaft schaffen

BDI-Geschäftsführer Dr. Schnappauf fordert bei Besuch ein Umdenken

Memmingen (jm).
Die Stadt Memmingen muss Industrieunternehmen den roten Teppich ausbreiten, um als Wirtschaftsstandort nicht an Bedeutung zu verlieren. Dies forderte kein Geringerer als Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), am Wochenende beim Mittelstandsgespräch in Memmingen. Der frühere bayerische Umwelt- und Gesundheitsminister stieß dabei auf offene Ohren bei Memmingens zweiter Bürgermeisterin Claudia Knoll (CSU), die bereits seit längerem Anreize für die Ansiedlung von Unternehmen einfordert. Schnappauf war auf Einladung der CSU-Mittelstands-Union zum Business-Lunch in die Maustadt gekommen und traf sich hier mit mehreren Unternehmern aus der Region.

"Es ist schon sehr irritierend, wenn die Stadt Memmingen einem so namhaften Unternehmen wie Mammut kein Angebot zur geplanten Betriebserweiterung unterbreitet und sich der Outdoor-Spezialist jetzt anderweitig nach geeigneten Gewerbeflächen umsieht. Und auf der Homepage der Stadt Memmingen stammen die Zahlen zur Wirtschaft zum Teil noch aus dem Jahr 2007. Da muss sich schleunigst was ändern", mahnte Knoll.

Die CSU-Oberbürgermeisterkandidatin kennt Schnappauf seit vielen Jahren aus ihrer Managementtätigkeit für die bayerischen Landesgartenschauen und hatte den Besuch des BDI-Chefs in Memmingen möglich gemacht. Schnappauf war vergangene Woche noch bei der Asien-Pazifik-Konferenz in Singapur und Shanghai und ist nun bereits wieder beim Brasilien-Kongress in München.

"Viele Länder beneiden uns mittlerweile wieder dafür, dass Deutschland nach wir vor eine Industrienation ist. Diese Qualität aus Deutschland müssen wir mit allen Mitteln aufrecht erhalten. Gerade in Zeiten der Globalisierung", erklärte der BDI-Geschäftsführer. Für die Städte wie Memmingen sei es daher ungemein wichtig, exportorientierte Unternehmen, die am globalen Markt teilnehmen, mit allen Mitteln zu halten. "Nur so kann man als Wirtschaftsstandort bestehen. Und von der Infrastruktur her hat Memmingen mit dem Flughafen und dem Autobahnkreuz ja beste Voraussetzungen", so Schnappauf.



Seine CSU-Parteifreundin Claudia Knoll unterstützte Schnappauf bei dem Vorhaben, Unternehmen bessere Standortbedingungen in Memmingen zu bieten als bisher. "Der Gewerbegrund in Memmingen muss für die Firmen interessant sein und darf sich nicht so stark von den Preisen der umliegenden Kommunen unterscheiden, denn sonst wandern die Betriebe ab oder kommen gar nicht erst her. Außerdem brauchen wir große Flächen, damit die Firmen auch wachsen können".

Claudia Knoll will nicht nur den Betrieben, sondern auch den Beschäftigten in Memmingen bessere Möglichkeiten bieten. "Wir haben insgesamt über 26.000 Beschäftigte in Memmingen, davon sind allerdings 62 Prozent so genannte Einpendler. Nicht nur aus Sicht der Einkommenssteuereinnahmen, sondern auch hinsichtlich der Belebung des Stadtlebens wäre es viel besser, wenn diese Menschen nicht nur zum Arbeiten nach Memmingen kommen, sondern auch hier leben würden.

Dietmar Voigtsberger, Geschäftsführer der Steca Elektronik GmbH mit Sitz in Memmingen, kritisierte im Gespräch mit Dr. Schnappauf und den anderen Wirtschaftsvertretern den hohen Bürokratismus in Deutschland, der Unternehmen immer wieder ausbremse. "Wir sind seit vielen Jahren in China aktiv. Die Entwicklung dort ist so rasant, dass wir das als Europäer gar nicht glauben können. Innerhalb von gerade mal fünf Jahren werden in Wirtschaftszentren sechsspurige Autobahnen und Flughäfen gebaut und bei uns braucht es zehnmal so lange, damit mal irgendwo ein Gewerbegebiet ausgewiesen wird". Auch Dr. Klaus Hörmann, Geschäftsführer der Fabrino Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG, fühlt sich manchmal im falschen Film. "Als Unternehmer in Deutschland wird man genötigt, bei Entscheidungen abzuwiegen, ob die nun steuerlich sinnvoll oder unternehmerisch sinnvoll sind." Am Mittelstandsgespräch der CSU-Mittelstands-Union nahm auch CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke (Kaufbeuren) statt.

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Ansprechpartner: Ingo Jensen

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Im Gespräch, von links: Dietmar Voigtsberger, Geschäftsführer der Steca Elektronik GmbH, Memmingens zweite Bürgermeisterin Claudia Knoll und Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesvebandes der Deutschen Industrie. Foto: Ingo Jensen/Jensen media

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Im Gespräch, von links: Dietmar Voigtsberger, Geschäftsführer der Steca Elektronik GmbH, Memmingens zweite Bürgermeisterin Claudia Knoll, Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesvebandes der Deutschen Industrie, und CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. Foto: Ingo Jensen/Jensen media

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Beim Mittelstandsgespräch der CSU-Mittelstands-Union diskutierten Unternehmer mit Dr. Werner Schnappauf, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Foto: Ingo Jensen/Jensen media

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Memmingens zweite Bürgermeisterin Claudia Knoll (links) und Dr. Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesvebandes der Deutschen Industrie, und CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke. Foto: Ingo Jensen/Jensen media



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Datum: 31.05.2010 - 15:47
Sprache: Deutsch
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Ansprechpartner: Dr. Klaus Hörmann Feedback an den Herausgeber senden
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