Die heiße Phase der EM hat begonnen – auch für die Gesundheit der Spieler

Die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich geht in die entscheidenden Spiele. Für die Spieler heißt das nach einer langen Saison: noch einmal Höchstbelastung für Kopf und Körper. Im Interview mit den Prof. Lutz Müller und Prof. Rainer Schmidt von der Orthopädie Chirurgie Erlangen-Ebermannstadt geht es deswegen unter anderem darum, welche Folgen dies für die Spieler hat.

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(pressekat) - Am Ende der langen Bundesliga-Saison noch einmal ein vierwöchiges Turnier zu spielen – wie anstrengend ist das für die Spieler?

Prof. Lutz Müller: Das ist natürlich eine weitere erhebliche Anstrengung für die Spieler! Die Nationalspieler arbeiten ja heutzutage auf allerhöchstem Niveau bezüglich der Leistungsdichte, es werden teilweise 50-60 Spiele pro Saison bestritten und eine Phase der Regeneration von 4-6 Wochen ist notwendig, um sich von diesen Spielwochen (meistens Samstag-Mittwoch-Samstag) zu erholen. Somit ist ein so großes Turnier für die Nationalspieler eine Zusatzbelastung und wirkt sich negativ auf die notwendige Regeneration aus.


Beim Pokalfinale waren einige Spieler nicht einmal mehr in der Lage, einen Elfmeter zu schießen. Wie lange braucht der Körper für die Regeneration?

Prof. Rainer Schmidt: Die akute Regeration nach einem solchem Gewaltakt ist bestimmt innerhalb von 2-3 Tagen abgeschlossen und der Sportler ist dann wieder voll leistungsfähig. Die medizinische, physiotherapeutische und physikalische Betreuung auf dem Niveau der Bundesliga ist exzellent, so dass hier nur kurzfristige Auswirkungen vorhanden sind.


Welche Rolle spielt dabei das Alter der Spieler?

Prof. Rainer Schmidt: Je älter der Spieler, desto länger wird Zeit zur Regeneration benötigt. Dies wird aber erst ab dem 30 Lebensjahr entscheidend und immer deutlicher auch beim Ausheilen von Verletzungen. Man kann im Rückschluss also sagen, dass für die absolute Leistungsdichte der Spitzenspieler nur ein sehr enges Zeitfenster vom 18. Lebensjahr bis kurz hinter 30 besteht.


Was riskieren die Spieler, wenn sie Verletzungen nicht komplett auskurieren?

Prof. Lutz Müller: Wenn bei Sportverletzungen strukturelle Schäden am Bewegungsapparat auftreten, dann benötigt der Körper gewisse Zeitphasen zur Reparation. Werden diese nicht eingehalten, treten neue Schäden auf, die sich dann noch viel schlimmer auswirken.



Für die EM-Teilnehmer verkürzt sich natürlich auch die Sommerpause dramatisch. Was heißt das für Fitness und Verletzungsanfälligkeit in der darauffolgenden Saison?

Prof. Lutz Müller: Die Verletzungsanfällgkeit steigt natürlich bei fehlender ausreichender Regeneration. Wichtiger ist eigentlich die Frage nach der Fitness und Spritzigkeit der Spieler. Diese nimmt natürlich bei einer zu kurzen Ruhephase zwischen den Bundesliga-Serien ab. Man konnte das gut in der Vorrunde der EM beobachten, die ersten 50-60 min der Spiele der Nationalmannschaft liefen noch gut ab, in der Endphase der Spiele ließ dann das Tempo der Spiele deutlich nach, was eben auch auf die anstrengende Bundesliga Saison zurück zu führen ist.


Wenn ein Spieler wie Schweinsteiger (der in diesem Jahr vor der EM erst zwei Spiele bestritten hat) oder Hummels nach langer Pause mitten in ein Turnier wie die EM reingeworfen wird – wie hoch ist dann das neuerliche Verletzungsrisiko?

Prof. Rainer Schmidt: Soweit auf die entsprechenden strukturellen Heilungszeiten geachtet wird, sollte das kein Problem sein. Entscheidender ist die Fitness und die Spielpraxis – Stichwort Schweinsteiger. Bei ihm kommt außerordentlich noch das Alter hinzu. Wie schon erwähnt: hier muss befürchtet werden, dass er die volle Leistungsdichte nie mehr erreichen wird.


Vielen Dank für das Gespräch.



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Datum: 28.06.2016 - 10:50
Sprache: Deutsch
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Kontakt-Informationen:
Firma: Orthopädie Chirurgie Erlangen-Ebermannstadt

Meldungsart: Interview
Versandart: Veröffentlichung

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