PresseKat - Nicht-medikamentöse Neuromodulationsverfahren zur Migränebehandlung

Nicht-medikamentöse Neuromodulationsverfahren zur Migränebehandlung

ID: 1245613

Ist eine Migräne diagnostiziert, beginnt für mache Patienten eine regelrechte Behandlungsodyssee. Angefangen bei der medikamentösen Vorbeugung über regelmäßige Entspannungsübungen und kontinuierlichen Sport. Doch was, wenn nichts hilft, die Medikamente Nebenwirkungen zeigen oder der Patient einfach keine Medikamente nehmen will?

(firmenpresse) - „In solchen Fällen setzen nicht nur wir Neuromodulationsverfahren ein“, berichtet Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul, Chefarzt der Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein bei Frankfurt. Bei der Neuromodulation stimulieren elektrische Impulse den für die Schmerzen hauptsächlich verantwortlichen Nerv. Wissenschaftler gehen davon aus, dass so eine Neuverschaltung der Nerven erfolgt, die eine hemmende Wirkung auf die Schmerzentstehung zeigt. Derzeit gibt es drei Produkte auf dem deutschen Markt, die dieses Verfahren zur Migräneprophylaxe – abseits der risikobehafteteren operativen Varianten – von außen einsetzen und die Gaul allesamt erfolgreich nutzt.

Die drei Geräte
Das erste Gerät gammaCore stimuliert den Vagusnerv, der an der Steuerung nahezu aller inneren Organe und an der Schmerzregelung beteiligt ist. Da sein dickster Ast unter der Halsschlagader verläuft, kommt das U-förmige Gerät an eben dieser Stelle morgens und abends für jeweils etwa fünf Minuten zum Einsatz.
Das zweite Gerät Vitos sieht aus wie ein MP3-Player und stimuliert mittels Ohrclip einen Endast des Vagusnervs im Ohr. Da dieser Zweig des Nervs vergleichsweise dünn ist, dauert die tägliche Anwendung jeweils vier Stunden.
Das dritte Gerät Cefaly stimuliert den obersten Ast des Nervus trigeminus, der für den Schmerz im gesamten Kopf- und Halsbereich zuständig ist und sich zwischen den Augenbrauen Richtung Stirn befindet. Dazu versorgt das an ein Diadem erinnernde Gerät über einen auf die Stirn geklebten Elektrodenstreifen den Trigeminus mit den Mikroimpulsen. Die tägliche Anwendungsdauer beträgt 20 Minuten.

Studienlage
Nicht nur die positiven Erfahrungen von Dr. med. Gaul mit den genannten Geräten sprechen grundsätzlich für die Wirksamkeit der drei Neuromodulationsverfahren. Insbesondere für Cefaly gibt es darüber hinaus eine multizentrische, placebokontrollierte und doppelt verblindete Studie zu episodischer Migräne, die die Beobachtungen im Alltag untermauert. Bei den Probanden dieser Studie hat sich innerhalb von drei Monaten die Anzahl der Migräneattacken und -tage reduziert. Gleichzeitig ging die Schwere der Anfälle zurück und ließ rund 70 Prozent zufriedene Patienten zurück.




Da jeder Mensch anders auf die Verfahren reagiert, empfiehlt Gaul seinen Patienten die unterschiedlichen Therapieverfahren auszuprobieren. „Mit einem Test geht man kein Risiko ein, schließlich zeigt keines der drei Verfahren gefährliche Nebenwirkungen. Wenn überhaupt, treten vereinzelt Hautirritationen auf.“ Für einen Test spricht auch, dass alle drei Hersteller ihr jeweiliges Gerät für eine Probephase zu Sonderkonditionen anbieten. Erst nachdem der Patient das Gerät getestet hat, fällt die endgültige Entscheidung für oder gegen einen endgültigen Kauf.

Erstattung ist möglich
Die drei Geräte sind CE-geprüft, allein Cefaly hat auch die äußerst hohen Hürden der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA erfolgreich genommen. Dennoch zahlt die Krankenkasse im Moment regulär keines der Migränepräventionsgeräte, deren Kosten für Cefaly im ersten Jahr bei etwa 370 Euro liegen. Die beiden anderen Verfahren sind bis zu siebenmal so teuer. „Wenn aber ein Patient auf die üblichen Maßnahmen nicht anspricht und mit einem der Neuromodulationsgeräte eine helfende Therapieform gefunden hat, kann es durchaus sein, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt“, so Gaul. Und das wäre mehr als wünschenswert, schließlich ermöglicht die vergleichsweise einfache Anwendung zu Hause eine kontinuierliche Prophylaxe, die für eine erfolgreiche Migränevorsorge unbedingt notwendig ist.


Ergänzendes Interview:
PD Dr. Dagny Holle ist Leiterin des Westdeutschen Kopfschmerzzentrum in Essen und wendet Cefaly seit einem Jahr erfolgreich an.

Wann haben Sie das Gerät kennengelernt?
Vor etwa 1,5 Jahren. Und ich gebe zu, am Anfang war ich natürlich skeptisch, ob dieses nicht-invasive Verfahren funktioniert oder nicht. Aber im Gegensatz zu anderen Produkten gibt es zu Cefaly eine kontrollierte Studie, in der die Überlegenheit des Gerätes verglichen mit einer Scheinstimulation gezeigt werden konnte.

Und was sagen ihre Erfahrungen?
Ich habe überwiegend positive Erfahrungen mit der Anwendung von Cefaly gemacht. Viele Patienten berichten über eine Reduktion ihrer Migränehäufigkeit und teilweise auch über eine Wirksamkeit in der Attackentherapie. Allerdings hilft auch diese Migränetherapie nicht allen Patienten. Gerade bei einer schweren Migräne wird man auf weitere medikamentöse Therapien oftmals nicht verzichten können.

Wie setzten Sie es ein?
Zumeist bieten wir dieses Therapieverfahren Patienten an, die eine episodische Migräne haben und Vorbehalte gegenüber einer medikamentösen Prophylaxetherapie äußern oder zusätzlich zu einer Medikation noch ein neuromodulatives Verfahren ausprobieren möchten. Insbesondere weil es sich um ein sicheres und nebenwirkungsarmes Verfahren handelt, stellt Cefaly für einige Patienten eine gute Therapieoption dar.


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Datum: 03.08.2015 - 09:47 Uhr
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Freigabedatum: 03.08.2015

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