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13.12.2011 12:44 - (dtd). Weihnachten ist das Fest der Familie - gibt es doch kaum etwas Schoeneres, als unter dem Tannenbaum gemeinsam mit den Liebsten zu feiern. Doch nicht allen ist es vergoennt, am Heiligen Abend bei heimeliger Atmosphaere den Weihnachtsbraten zu verzehren. Eine ganze Armee von Fachleuten sorgt auch jetzt dafuer, dass alles am Laufen bleibt und man auch fuer den Fall der Faelle geruestet ist: So darf beispielsweise die Stromversorgung nicht zusammenbrechen und brennende Weihnachtsbaeume muessen schnell geloescht werden. Auch in den Krankenhaeusern und Pflegeheimen der Republik muss die Arbeit wie gewohnt erledigt werden, Krankentransporte sind ebenfalls an 365 Tagen im Jahr unterwegs und Rettungseinsatzkraefte haben an den Feiertagen sogar mehr zu tun als an gewoehnlichen Tagen. Viele Hotels sind in der Weihnachtszeit komplett ausgebucht, die Teams in den Haeusern sind dann zu hundert Prozent im Einsatz. Auch in der uebrigen Gastronomie herrscht an den Feiertagen Hochbetrieb: In den Grossstaedten geht es an Heiligabend nach der Bescherung noch "auf die Piste", am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag steht fuer viele Familien schon fast traditionell ein Restaurantbesuch auf dem Programm. Andere Berufe haben an Weihnachten ohnehin Hochkonjunktur: Priester etwa.
Viele katholische Geistliche oder evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen muessen beispielsweise am Heiligen Abend bis zu vier Messen zelebrieren, vom Krippenspiel fuer die Kinder bis zur naechtlichen Christmette - ein echter Marathon, der an die Substanz geht und kaum Zeit fuer eigene Besinnlichkeit laesst. Zumindest in Rufbereitschaft muessen an Heiligabend auch die Schneepflugfahrer der Autobahnmeistereien sein. Worueber sich vor allem die Kinder freuen - naemlich weisse Weihnacht - bedeutet fuer sie dann Schwerstarbeit: Sie muessen dem Verkehr im wahrsten Sinne des Wortes eine Schneise schlagen. Eine Aufgabe, die hoechste Konzentration erfordert: Fuer diese Maenner ist Alkohol vor und waehrend der Schicht selbstverstaendlich absolut tabu.
Auch bei den Stadtwerken in den grossen deutschen Kommunen herrscht keine weihnachtliche Ruhe. Wenn irgendwo ein Stromausfall die Fertigstellung des Weihnachtsbratens gefaehrdet, muessen sie das Problem sofort beheben.
Die Apotheker, die an Heiligabend Notdienst haben, verbringen in der Regel zwar eine ruhige Nacht - in Bereitschaft muessen sie trotzdem sein. Keine Feiertage kennen auch die Pfleger in den deutschen Tierheimen. Denn die Vierbeiner in den Kaefigen und Zwingern wollen schliesslich auch rundum versorgt sein, egal ob Ostern oder Weihnachten ist.
Die Feiertagsregel - und viele Ausnahmen
(dtd). Etwa jeder vierte Deutsche muss heute bereits zumindest gelegentlich auch an Sonn- oder Feiertagen arbeiten. Damit liegen die deutschen Arbeitnehmer im europaeischen Durchschnitt. Grundsaetzlich gilt an Sonn- und Feiertagen in Deutschland, dass die Arbeit ruhen muss. Rund um die Uhr - zwischen 0 Uhr und 24 Uhr - darf an diesen Tagen nach dem aktuellen Arbeitszeitgesetz kein Mitarbeiter beschaeftigt werden. Diese 24-stuendige Betriebsruhe kann abhaengig von Tages- und Nachtschichten im Betrieb bis zu sechs Stunden vor- oder zurueckverlegt werden.
Doch der arbeitsfreie Sonn- und Feiertag ist eben nur die Regel - mit unzaehligen Ausnahmen. Sie betreffen alle Arbeiten, die an solchen Tagen nicht ruhen koennen, ohne einen wirtschaftlichen Schaden zu erzeugen. Das kann in ein und demselben Betrieb ganz unterschiedliche Konsequenzen haben: Im Hotel muessen der Koch und das Zimmermaedchen arbeiten, waehrend der Buchhalter frei hat, weil seine Arbeit auf den naechsten Werktag verschoben werden kann. Die deutschen Bueros sind also auch an Weihnachten im Regelfall leer.
Die Ausnahmen von der Feiertagsruhe gelten fuer ganze Branchen: von der Energieversorgung ueber die diversen Freizeiteinrichtungen bis hin zur Abfallentsorgung. Auch Arbeiten in der Produktion sind bis zu einem gewissen Grad zulaessig, wenn eine Unterbrechung eine unverhaeltnismaessige Beeintraechtigung darstellt. Das Transportgewerbe kennt ebenfalls keine Pause: Zuege muessen beispielsweise auch an den Feiertagen fahren, Schiffe auch an Weihnachten be- und entladen werden. An den deutschen Krankenhaeusern sind auch an den Feiertagen selbstverstaendlich alle Stationen und Rettungsstellen besetzt. Wenn in den Kliniken viele Menschen auf einer Station ueber Weihnachten frei nehmen moechten, entscheidet der Vorgesetzte ueber die Einteilung. Im Regelfall ist dies aber gar nicht noetig, weil die meisten Kolleginnen und Kollegen aufeinander oder auf die familiaere Situation Ruecksicht nehmen.
Viele grosse Konzerne - beispielsweise aus der Automobilindustrie - duerften auch an den Weihnachtsfeiertagen die Baender laufen lassen. Die meisten Mitarbeiter bleiben dennoch zu Hause. Denn wegen der hohen Zuschlaege am Feiertag ist die Produktion fuer die Unternehmen tatsaechlich nur dann attraktiv, wenn die Nachfrage etwa nach Autos so hoch ist, dass sie nur durch Extraschichten bewaeltigt werden kann.
Die einzelnen Feiertagszuschlaege sind in den verschiedenen Branchen in Tarifvertraegen geregelt. Sie koennen bis zu 100 oder sogar bis zu 150 Prozent betragen. Die Zuschlaege sind in gewissen Grenzen steuerfrei. Fuer jugendliche Arbeitnehmer gibt es die speziellen Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Minderjaehrige duerfen an gesetzlichen Feiertagen generell nicht beschaeftigt werden. Heiligabend und Silvester duerfen sie nur bis maximal 18 Uhr arbeiten.
Brandgefaehrliche Weihnachtszeit
(dtd). Fuer die Polizei ist der Heiligabend im ganzen Bundesgebiet ein Tag wie jeder andere. An der Personalstaerke wird an solchen Tagen nichts veraendert. In den Grossstaedten rechnen die Beamten damit, dass sie vermehrt zu Braenden oder Familienstreitigkeiten gerufen werden koennten. Auch auf die an den Feiertagen leer stehenden Geschaefte oder Betriebe achten die Polizisten verstaerkt, denn sie sind ein bevorzugtes Ziel von Einbrechern. Die Berufsfeuerwehren in den deutschen Staedten haben gerade an Weihnachten viele Kraefte in Einsatzbereitschaft. Denn alljaehrlich haeufen sich in dieser Zeit Feuerschaeden durch Kerzen und Co.
12.000 Faelle mit einem Gesamtschaden von 33 Millionen Euro haben die deutschen Sachversicherer allein im Advent 2010 verzeichnet. Damit es erst gar nicht zum Brand kommt, haben die Versicherer in einem Infoblatt, das kostenlos unter
www.gdv.de erhaeltlich ist, viele Sicherheitstipps zusammengefasst. Die wichtigste Empfehlung lautet: Adventskranz und Weihnachtsbaum sollten bei brennenden Kerzen nie unbeaufsichtigt bleiben. Strohgestecke, trockene Tannenzweige und Holzpyramiden sind wahre Brandbeschleuniger und sorgen dafuer, dass Flammen schnell um sich greifen. Der Baum muss sicher und stabil auf dem Boden stehen, ohne dass sich leicht brennbare Gegenstaende wie Gardinen und Vorhaenge in der Naehe befinden. Im Fall der Faelle kommt es auf jede Sekunde an, daher sollten Loeschmittel stets griffbereit sein.
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